Salix nigricans  Smith 1802 -- Schwarzweide

Schwarzweiden wurden/werden in der Schweiz gelegentlich als Imkerweiden oder zu Bindezwecken kultiviert; in umliegenden Ländern finden sich wegen der dekorativ dunklen Rutenfärbung auch einige Auslesen für die Korbflechterei. Kultursorten dieser botanischen Art sind sehr genügsam, zwar eher schwächer im Wachstum, dafür erbringen sie auch auf weniger sonnigen Standorten befriedigende Erträge. Dass sie von Mäusefrass und Wildverbiss kaum betroffen sind zählt mit zu ihren vorteilhaften Eigenschaften.
--> ZUR WILDART Salix nigricans



Salix nigricans  'Black Lady' -- Schwarzweide 'Black Lady'

Landsorte CH ca. 1940

Syn.: S. myrsinifolia  Salisb. 'Black Lady'

Geschlecht:     weiblich
Verwendung:  (Grünholz-)Bindeweide, Flechtweide

Bindeweide in schwarz

Eine interessante Schweizer Landsorte mit vorzüglichen Bindeeigenschaften. Der Klon ist frohwüchsig und bildet sehr schlanke Triebe in tendentiell aufrechter Wuchsrichtung. Spitzenseitig können vereinzelt dünne Seitentriebe entwickelt werden. Eine überaus dekorative Weide, mit schwarz gefärbten Ruten und samtiger Behaarung!

Wahrscheinlich aus dem Churer Rheintal
Der Ursprung von 'Black Lady' dürfte mit grösster Wahrscheinlichkeit dem Churer Rheintal zuzuschreiben sein. Nach Zwicky (Faust et al. 1986) wurden früher in der Bündner Herrschaft die Reben mit Ruten wildwachsender Weiden gebunden, den ''Wilden Banden'' einer am Rhein vorkommenden, dunklen bis fast schwarzen Weidenart. Die Bewilligung zum Schnitt musste damals sogar von den Gemeinden geregelt werden, was auf einen grossen Bedarf schliessen lässt.
Aufgrund unterschiedlicher Klone und der natürlicherweise eher variablen Wachstumsbedingungen wird Güte und Elastizität jener wilden Ruten wohl kaum vollends entsprochen haben. Anders die selektionierte Landsorte 'Black Lady', bei entsprechenden Kulturbedingungen lässt sie hinsichtlich (Grünholz-)Binderei keine Wünsche offen!

'Black Lady' in der Kultur
Bindeknoten in schwarzviolett - arbeiten mit 'Black Lady' ist farblich ansprechend
Frisch geschnittene Ruten
Getrocknete Ruten

Salix nigricans  'Faucille' -- Schwarzweide 'Faucille'

Kultursorte

Syn.: S. myrsinifolia  Salisb. 'Faucille'

Geschlecht:     weiblich
Verwendung:  Flechtweide, (Grünholz-)Bindeweide,

La faucille - die Sichel

Ob diese Kulturweide nach dem gleichnamigen Gebirgsübergang im französischen Jura (Col de la faucille) oder aufgrund einer sichelförmigen Wuchsform benannt wurde ist unklar. Der Ursprung bleibt insgesamt ungeklärt.

'Faucille' ist filigran und sehr schwachwüchsig, insbesondere in den ersten Jahren der Kultur. Da tendenziell nicht jedes Steckholz dieser Sorte gut wurzelt, sollte Vorkultivierung in Erwägung gezogen werden
Das Erntegut ist zwar nicht von grosser Länge (ca. 120 - 150 cm), aber ansonsten von gutem, flechterischem Wert, auch zur (Grünholz-)Binderei. Die dunklen, spitzenseitig dicht behaarten Triebe bestechen zudem durch ihre aparte Optik!

'Faucille' in der Kultur
Frisch geerntete Ruten

Eintrag erstellt: 12.07.2016/züm - Letzte Aktualisierung: 19.10.2017/züm