Salix daphnoides Villars 1789 -- Reifweide

Reif-, Blut-, Rote Sandweide - Alle Bezeichnungen beziehen sich auf die Rindenfärbung dieser Spezies. Dochnahl (1887) nennt sie 'Zierde des ganzen Geschlechts'. Charakteristisch für die Vertreter dieser Stammart ist der bläulich-weisse Wachsbelag, der mehr oder weniger ausgeprägt im Spätherbst und Winter augenfällig ist. Reifweiden finden häufig in der Ingenieurbiologie Verwendung. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie auch auf trockeneren Böden gedeihen können, dazu ein sehr starkes Wurzelwerk besitzen, das sie zur Befestitung lockerer Sandböden geeignet macht (Ulbrich 1949). Ein Nachteil der Reifweiden ist wohl ihre Empfindlichkeit gegen Mäusefrass: Wühlmäuse lieben frische Reifweiden-Wurzeln!
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Reifweiden sind ausgesprochene Kätzchenweiden. Sie blühen frühzeitig mit grossen und schönen Blütenkätzchen und sind deshalb sowohl als Zierweiden wie auch als Imkerweiden sehr beliebt. Laut Ulbrich (1949) sind sie als Flechtweiden zweitrangig, da in der Regel mit grossem Mark ausgestattet sowie im Holz eher brüchig und starr. Löbliche Ausnahmen gibt es aber dennoch. Einige Selektionen u.a. aus England zeigen sich diesbezüglich als sehr brauchbar.



Salix daphnoides 'Aglaia' -- Reifweide 'Aglaia'

Kultursorte EU ca.1830

Syn.: S. daphnoides  'Latifolia'

Geschlecht:     männlich
Verwendung:  Zier- und Imkerweide

Aglaia - griechisch für Glanz und Pracht

Diese prachtvolle Reifweide wird mindestens seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem europäischen Kontinent kultiviert (Bean 1980).
'Aglaia' ist sehr wüchsig, hat sehr breite, grün glänzende Blätter und ist an den Trieben nur spärlich bereift. Dank letzterer Eigenschaft kommt die leuchtend rot-violette Rutenfärbung besonders intensiv zur Geltung (Newsholme 1992). Geblüht wird März / April, manchmal schon ab Ende Februar. Die sehr grossen, zuerst silbrig pelzigen Kätzchen, leuchten bei Vollblüte mit dottergelben Staubgefässen..

Prachtvolle männliche Kätzchen Anfang März
Glänzend rot-violette Triebe im Spätsommer
Frisch geschnittene Steckhölzer

Salix daphnoides 'Netta Statham' -- Reifweide 'Netta Statham'

Kultursorte GB ca. 1980 -- Netta Statham, GB-Shropshire

Geschlecht:     männlich
Verwendung:  Flechtweide, Zier- und Imkerweide

Es gibt sie doch, die gut flechtbare Blutweide

Die Kultursorte 'Netta Statham' - der gleichnamigen englischen Pflanzenzüchterin - ist eine Daphnoides mit guten Flechteigenschaften. Auf moderat gedüngten, gerne auch auf sehr magerem Böden erbringt sie ansehnlichen Ertrag an farbenprächtigem Material. In der Verarbeitung gibt sie sich geschmeidig und liegt durch die wachsige Oberfläche sehr angenehm in der Hand; dabei findet sich keine Spur von zäher und brüchiger Holzqualität.

'Netta' ist nicht nur sehr dekorativ in Flechtwerken, ebenso als zierendes Gehölz im Garten oder als Imkerweide mit mittelgrossen männlichen Kätzchen ist sie sehr zu empfehlen.

'Netta' im Sommer, besticht mit lebhaft roten Trieben
Getrocknete Ruten
'Netta' verflochten
Frisch geschnittene Ruten

Eintrag erstellt: 18.07.2016/züm - Letzte Aktualisierung: 07.06.2017/züm