Salix nigricans ssp. nigricans Smith 1802 -- Schwarzweide

Syn.: Salix myrsinifolia ssp. myrsinifolia SALISBURY 1796
- Schwarzwerdende Weide

Wenig beachtete Schönheit des Tieflandes

Eine wunderschöne, in der ganzen Schweiz weit verbreitete Weide, die als ausgewachsener Busch eine Höhe von 5 (- 6) Metern erreichen kann. Weil die Blätter beim Trocknen schwarz werden, lautet ihr deutscher Name Schwarzweide oder Schwarzwerdende Weide - eine botanische Eigenheit bezüglich Herbarbelegen also, die für den Gartenbesitzer und Weidenliebhaber wenig Aussagekraft beinhaltet.
Die mit markanten, herzförmigen Nebenblättern begleiteten Sommerblätter sind rundlich, elliptisch bis verkehrt-eiförmig geformt und am Rand gesägt. Die Oberseite ist dunkelgrün, meist etwas glänzend und die Unterseite grau-grün, matt sowie an der vordersten Spitze frisch-grün - ein signifikantes Merkmal der Schwarzweiden! Ein wichtiges Merkmal der ssp. nigricans ist zudem die bleibende Behaarung der jüngeren Zweige.

Von Nebenblättern flankierte Sommerblätter an behaartem Zweig
Im Vordergrund: kastanienbraune, behaarte Ruten und Knospen von ssp. nigricans im Winter

Schwarzweiden - ssp. nigricans wie auch ssp. alpicola - sind äusserst faszinierende Blüher! Dabei sind insbesondere die männlichen Kätzchen zu erwähnen, an welchen die noch geschlossenen Staubbeutel erst rot gefärbt sind, nach dem Aufplatzen aber die leuchtend gelben Pollen zur Schau stellen. Mit der gleichzeitigen Blattentwicklung ergibt das ein wunderschönes Farbenspiel in rot, gelb und grün, begleitet von braunroten Trieben!

Farbenprächtige männliche Kätzchen an behaarten Zweigen (ssp. nigricans)

Salix nigricans Sm. ssp. alpicola (Buser) Lautenschlager 1988 --
Alpen-Schwarzweide

Bas.: Salix nigricans var. alpicola BUSER 1895
Syn.: Salix myrsinifolia SALISB. ssp. alpicola (BUSER) KERGUÉLEN 1993

Farbenprächtiger Blüher der Höhenlagen

Mit der Beschreibung der Alpenschwarzweide betreten wir wahrliche Weidengeschichte. Der schweizer Weidenbotanik-Pionier Robert Buser berichtete 1883 (Buser 1883) über eine neu entdeckte Salix nigricans var. glabra im Gebiet des Grossen St. Bernhard und bei Zermatt. Buser fand aber damals keinen Verleger für sein Werk; die Arbeit erschien erst 1940, nach seinem Tod, herausgegeben von Walo Koch. 1895 verfasste Robert Buser eine zweite Beschreibung der Varietät unter dem Namen Salix nigricans var. alpicola (Buser 1895). Nun fand die Varietät endlich Beachtung in der botanischen Welt.

Wahre Kätzchenpracht!

1988 machte sich dann das Botaniker-Ehepaar Lautenschlager daran, die Verwandtschaftsverhältnisse des Typus alpicola mit Salix nigricans ssp. nigricans und Salix mielichhoferi abzuklären (Lautenschlager-Fleury 1988). Da die Form alpicola denselben Chromosomensatz wie ssp. nigricans besitzt (2n = 114, S. mielichhoferi 2n = 152) und morphologisch mehrere Merkmale der ssp. nigricans aufweist sowie ebenfalls im Verbreitungsgebiet der Schweiz neben ssp. nigricans auftritt (S. mielichhoferi ist ostalpin) wurde Busers var. alpicola einer Subspecies von S. nigricans zugesprochen.

Die Alpenschwarzweide ist wie der Name sagt in den Alpen verbreitet und wächst zu einem buschigen Strauch von 2 (- 4) m Höhe heran. Ihre Triebe sind im ganz jungen Zustand zuerst flaumig, dann schnell verkahlend. Mit dieser Kahlheit der rotbraun bis schwarzen, glänzenden Zweige unterscheidet sie sich augenscheinlich von der Schwarzweide des Tieflandes. Die Sommerblätter sind meist elliptisch geformt, zugespitzt, ebenfalls unbehaart und am Rand buchtig gesägt mit deutlich ausgebildeten Nebenblättern. Kätzchen und Blütezeit entsprechen der ssp. nigricans (siehe oben).

 

 


Eintrag erstellt: 06.04.2010/züm - Letzte Aktualisierung: 12.01.2015/züm