Salix viminalis Linné 1753 -- Korb- oder Hanfweide

Der Klassiker für die Uferbepflanzung

Häufiger als Strauch, seltener als Baum bis zu einer Höhe von 10 Metern wachsend; nicht selten wird oder wurde die Hanfweide auch als Kopfbaum gezogen. Stamm und Äste sind graugrün bis graubraun und oft längsrissig; die Zweige sind gelblich-grün bis rötlich-braun und an der Spitze mehr oder weniger kurz, hell behaart. Die langen, lineal geformten, zugespitzten und sattgrün gefärbten Blätter erinnern an die Hanfpflanze; daher der deutsche Name. Die Blütezeit der bis 4 cm langen imposanten Kätzchen erfolgt zwischen März bis April und liegt damit knapp vor dem Blattaustrieb.

Ob weiblich ...
... oder männlich, Hanfweiden sind frühblühende Bienenweiden

Sie wächst am Naturstandort auf wechselfeuchten, gelegentlich auch überschwemmten, nährstoffreichen Lehm- und Sandböden. Das Verbreitungsgebiet liegt im kollinen Mitteleuropa mit Schwerpunkt in den grossen Stromtälern (Rhein, Donau, Main).

Die wirtschaftliche Bedeutung der Hanfweide war früher als anspruchslos wachsende Flechtweide gegeben. Zahlreiche Kulturklone (KÖNIGSHANFWEIDE, MULLATIN, IRISH RODS, SUFFOLK OSIER, REIFENWEIDE, CINAMOMEA, ...) zeugen von dieser Verwendung.
Später war Salix viminalis die Zuchtbasis für Weiden zur Grünmasseproduktion - Energieweiden der Sorten GIGANTEA, JORR, BOWLES HYBRID, mit einer Jahresleistung von über 4 Metern Rutenlänge wurden kreiert.

Heute ist die Hanfweide für ingenieurbiologische Arbeiten in den Niederungen die bevorzugte Weidenart, unter anderem deshalb, weil ihre vegetative Vermehrbarkeit mittels Steckhölzer ausgezeichnet ist.

Lang zugespitzt und lanzettlich geformt; das Blattwerk erinnert an Blätter der Hanfpflanze

Im Garten beansprucht die Hanfweide einen etwas grösseren Raum, will man sie zu einem grossen Strauch heranwachsen lassen. In der Funktion als frühblühende Bienenweide ist sie eine wahre Zierde und wird sehr häufig zu Bienenhäusern gepflanzt.
Hanfweiden lassen sich durch ihre Wüchsigkeit und Schnittverträglichkeit auch als Kopfbäume ziehen. Jährlich geschnitten und gut aussortiert können die Ruten auch zu Flechtarbeiten verwendet werden. Soll die Ausbeute an qualititativ hochwertigem Flechtmaterial grösser sein, sollte das Anpflanzen einer Viminalis-Kultursorte im direkten Bodenanbau erwägt werden.

Salix viminalis ist eine sehr wüchsige und wenig anspruchsvolle Weidenart; obwohl, will man sie zur vollen Grösse heranwachsen lassen braucht sie mindestens 8 Quadratmeter Platz. Öfters auf den Stock gesetzt oder als Kopfbaum gezogen lassen sich ihre hervorragenden Eigenschaften als frühblühende Bienenweide, schnellwurzelnde Uferbefestigung und Quelle für rudimentäres Flechtmaterial auch auf kleinerem Raum nutzen.


Eintrag erstellt: 05.09.2010/züm - Letzte Aktualisierung: 12.01.2015/züm