Salix x erdingeri  J. Kerner 1861 -- S. daphnoides x caprea

Syn.: S. x hungarica  A. Kerner 1864

Wertvoll für Imkerzwecke

Josef Kerner aus Österreich endeckte diese Hybride aus Reif- und Salweide als Erster (Kerner 1861). Sein Bruder Anton beschrieb drei Jahre später ein ähliches Kreuzungsprodukt aus denselben Elternarten und nannte es Salix x hungarica (Kerner 1864). Der kleine Unterschied der Blattform, mehr elliptisch denn eiförmig, fand in der botanischen Welt kaum Beachtung und so blieb es bei Salix x erdingeri.

Die zu Ehren des Botanikers Carl Erdinger benannte Weide blüht vor dem Blattaustrieb im Zeitraum zwischen Reif- und Salweide und bildet ebenso grosse Kätzchen wie ihre Parentage. Diese Eigenschaft und die Robustheit dieser Weide machen insbesondere die männlichen Vertreter zur wertvollen Trachtpflanze für die Imkerei.
Kreuzungen aus Sal- und Reifweiden können bei Anwesenheit beider Elternarten am Naturstandort wild auftreten. Erkennen lassen sich die Anteile der Eltern in der Wuchsform sowie in der Ausgestaltung von Blättern und Kätzchen. Nach Josef Kerner (1861) wächst diese Weide strauchförmig, mit abstehenden Ästen, sparrig wie bei der Salweide, aber in spitzerem Winkel abstehend, ähnlich der Reifweide. Die Blätter sind länger und schmaler als bei der Salweide, die grüne Färbung entstammt der Reifweide, die Behaarung den Frühlingsblättern der Salweide. Die Kätzchen liegen grössenmässig im Mittel der beiden Arten.

Die Erdinger'sche Weide ist gut durch Steckhölzer vermehrbar.



Salix x erdingeri  'R77'

Kultursorte

Syn.: S. x hungarica  'R77'

Geschlecht:     männlich
Verwendung:  Imkerweide

Grosse Kätzchen an weinroten Trieben

Der Ursprung dieser blühfreudigen Sorte ist unklar.
'R77' ist ein männlicher Klon und wächst strauchförmig als kompakter, grosser Busch mit einer Endhöhe von ca. 12 m. Die mässige Schnittverträglichkeit erlaubt einen Rückschnitt auf den Stock im Zeitfraum von 5 - 10 Jahren.
Um sich voll entfalten zu können, bedarf diese Weide eines zentralen und sonnigen Standortes.

Männliche Kätzchen an weinrotem Trieb
Salweiden-ähnliche Blätter, welche im Sommer verkahlen

Salix x erdingeri  'Silberglanz' -- Adventsweide

Kultursorte

Syn.: S. caprea  'Silberglanz'
Syn.: S. caprea  'Allerheiligen'

Geschlecht:     männlich
Verwendung:  Imkerweide

Frühblühend und dekorativ

'Silberglanz', ein männlicher Klon, wächst strauchförmig zu einer Endhöhe von ca. 6 m. Nach Newsholme (1992) entwickelt diese blühfreudige Sorte eine schmale Krone und kann je nach Witterung bereits im Dezember eine erste Kätzchenpracht entwickeln. Eine zweite Blühphase folgt dann im März.
Obwohl dieser Klon in den meisten Datenbanken als S. caprea 'Silberglanz' benannt wird, sprechen botanische Merkmale für S. caprea x daphnoides. So z.B. werden von T. Uronen und Kuzovkina (Kuzovkina 2015) die mit dem Blatt verwachsenen Nebenblätter aufgeführt; eine typische Eigenschaft der Reifweide.

Adventsweide in Vollblüte
Frischgrünes Blattwerk mit am Blattstiel verwachsenen Nebenblättern

Eintrag erstellt: 02.03.2011/züm - Letzte Aktualisierung: 12.07.2016/züm